Die Samariaschlucht ist die bekannteste und längste Schlucht Europas. Jeden Tag in der Saison drängen sich mehrere 1000 Touristen in der Schlucht. Für viele wanderfreudige Urlauber ist dieses gigantische Naturerlebnis der Grund für den Urlaub auf Kreta überhaupt.
Was man vor der Wanderung durch die Schlucht wissen sollte:
Das logistische Problem der Schluchtwanderer ist, daß es von Ausgangsort zum Endpunkt der Wanderung keinen Straße gibt. Man muß mehrere Stunden wieder zurück an die Nordküste fast bis Hania fahren um einen oben abgestelltes Mietwagen wieder abzuholen. Deswegen sind organisierte Touren oder öffentliche Transportmittel besser. Mit dem Bus fährt man z.B. von Hania sehr früh morgens los. Nach der Wanderungen erreicht man am Nachmittag Agia Roumeli. Von dort gehen mehrere Fähren nach Hora Sfakion, wo man einen Bus nach Hania nimmt und abends um etwa 20 Uhr wieder ankommt. Dies kostet zusammen etwa 20 Euro. Organisierte Touren laufen ähnlich ab. Man hat aber schon vorher alle Busfahrkarten und Fährtickets. Dies kostet wenige Euro mehr und bietet sich an, wenn der Ausgangs- und Endpunkt der Reise nicht Hania ist. Es gibt auch Fährschiffe von Agia Roumeli nach Loutro, Sougia und Paleochora.
Wasser gibt es nur an wenigen Stellen unterwegs, unbedingt Flaschen mitnehmen. Im letzten Teil der Wanderung gibt es keine Wasserstellen.
Auch etwas zum Essen unbedingt mitnehmen, unterwegs gibt es nichts. Am Endpunkt Agia Roumeli sind viele Restaurants und Läden. Diese sind jedoch überteuert und bieten nicht die beste Qualität.
Die Schlucht ist nur offen, wenn der Bach in der Schlucht nicht zuviel Wasser hat. Dies ist nur im Sommer der Fall. Vom 1.Mai bis 15.Oktober ist die Schlucht immer geöffnet. Im Winter ist der Eintritt verboten.
Die Schlucht ist ein Nationalpark und kostet Eintritt. Man zahlt an einem Kiosk am Eingang oben und unten. 2005 sind dies 5 Euro. Es ist nicht erlaubt in der Schlucht zu übernachten. Mountainbikes, Feuer und vieles mehr sind streng verboten.
In der Schlucht leben seltene Tierarten wie der Bartgeier und die Wildziege Kri-Kri. Diese bekommt man aber fast nie zu sehen. Sehr interessant sind die Wildblumen (besonderes die Orchideen) im Frühjahr.
Man kann die Schlucht auch unten nach oben gehen. Dies ist sehr anstrengend und die Scharen entgegenkommender Wanderer nerven. Oben kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln am gleichen Tag nicht weiter, man muß in Omalos übernachten.
Die Wanderung nicht unterschätzen. Jedes Jahr gibt es Tote. 18 km bei bis zu 39 Grad im Hochsommer sind nicht für jedermann geeignet. Sehr untrainierten Personen würde ich die Wanderungen auf keinen Fall empfehlen.
Wer Massenwanderungen nicht mag: Es gibt viele andere Schluchten in der Gegend, die ähnlich interessant sind und viel weniger Menschen anlocken.
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Wegbeschreibung |
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Die eiserne Pforte ist die engste Stelle der Samariaschlucht |
Die Wanderungen ist insgesamt 19 km lang und es ist im Sommer sehr heiß. Die Länge des Weges wird häufig unterschätzt. Jedes Jahr sterben einige Menschen in der Schlucht. Die Wanderungen startet an einem Parkplatz etwa 3 km von Omalos in den Weißen Bergen. Der Startpunkt ist unter den Einheimischen und Busfahrern als Xyloskalo (=Holztreppe) bekannt. Von hier geht es nämlich zuerst etwa 1 Stunde eine Holztreppe in die eigentliche Schlucht hinunter. Nach etwa 1,5 Stunden erreicht man bei der Kapelle “Agios Nikolaos” den ersten größeren Rastplatz mit Quelle. Nach knapp 3 Stunden kommt man in das verlassende Dorf Samaria. Dort gibt es Trinkwasser, einen Sanitäter, einen Hubschrauberladeplatz und Toiletten. Danach beginnt die interessante Teil der Samaria-Schlucht. Zu beiden Seiten türmen sich fast senkrecht mehrere hundert Meter hohe Felswände auf. Höhepunkt ist die “Eiserne Pforte” nach etwa 4 Stunden Wanderzeit. Dort ist die Samaria-Schlucht besonders eng und die Wände extrem hoch. Nach einer weiteren halben Stunde erreicht man das Kassenhäuschen und den Ausgang. Einige Tavernen erwarten hier die durstigen Wanderer. Der Fährhafen im kleinen Ort Agia Roumeli ist weitere 2 Kilometer entfernt (Gesamtwanderzeit also etwa 5 Stunden ohne Pausen!). |
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Bilder aus der Samariaschlucht |
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Der obere Teil der Schlucht ist bewaldet |
Der kleine Fluß Samaria fließt durch die gesamte Schlucht |
In der Samariaschlucht |
Die Eiserne Pforte – hier ist die Samariaschlucht nur wenige Meter breit |
Der Weg führt im unteren Teil über unzählige Stege |
Viele interessante Blumen findet man im Frühling in der Samariaschlucht |
Nach 16 km erreicht man das Kasse am Ende des Nationalpark Samaria |
Weiter führt der Weg durch das alte Dorf Roumeli |
Nach 6 Stunden erreicht man das Meer, unter den vielen Tavernen hat mir die Taverne “Manos” am besten gefallen |
Eine Fähre (“Samaria”) fährt nach Hora Sfakion über Loutro, die andere “Daskalojannis” nach Paleochora über Sougia |
Umgebung:
Loutro

Ein kleines malerisches Dorf zwischen Agia Roumeli und Hora Sfakio mit einem kleinen Strand. Loutro hat keinen Straßenanschluß und ist nur zu Fuß und mit der Fähre zu erreichen. Man kann zu dem Ort von Agia Roumeli oder Hora Sfakio in wenigen Stunden wandern. Der Weg ist als europäischer Fernwanderung E4 recht gut markiert. Auch das Bergdorf Anopolis kann man per steilen Eselpfad zu Fuß erreichen. Von dort führt eine Straße nach Hora Sfakion. Immer auf Wanderungen viel Wasser mitnehmen. Mit etwas Verhandlungsgeschick kann man in Loudro auch im Sommer ein Zimmer für 15-20 Euro finden. Ich habe im Rooms Sofia übernachtet. Diese Unterkunft kann ich empfehlen.
Agia Roumeli

Das kleine Dorf am Ende der Samariaschlucht hat sich voll auf die ausgehungerten und durstigen Wanderer eingestellt. Es gibt mehr als Duzend Tavernen und Restaurants. Die Preise sind recht hoch, die Qualität eher niedrig. Während der Öffnungszeit der Schlucht im Sommer ist in Agia Roumeli am Nachmittag die Höhle los. Wenn am Abend die letzte Fähre abgefahren ist, kehrt wieder Ruhe ein. Einige Häuser vermieten Zimmer recht günstigen Preisen. Da die Atmosphäre am Abend in Agia Roumeli angenehm ist und die Einheimischen sehr freundlich sind, lohnt es sich eine Nacht zu bleiben. Günstige und gute Zimmer bekommt man in der kleinen Pension Oasis. Insbesondere ist eine Übernachtung sinnvoll, wenn man die Schlucht von unten nach oben gehen will.
Die eiserne Pforte ist die engste Stelle der Samariaschlucht








